Personenbezogen

Die Entwicklung der Arbeitswelt in den letzten Jahrzehnten ist von vielfältigen zum Teil grundlegenden Veränderungen geprägt. Einhergehend damit haben sich die Anforderungen in Industrie, Verwaltung und Dienstleistung geändert. Zeitliche sowie örtliche Flexibilität, hohe Belastbarkeit oder soziale Kompetenzen werden zunehmend zu Schlüsselqualifikationen. Im Zuge dieser Entwicklung haben psychische Belastungen und das arbeitswissenschaftliche Interesse an diesen in den letzen Jahrzehnten zugenommen.

Auch wenn die eigentlichen Ursachen noch nicht eindeutig bekannt sind, belegen Studien zur Lehrergesundheit eine psychomentale und psychosoziale Belastung durch die Lehrertätigkeit. Die Ergebnisse der Studien zeigen auch, dass bei Lehrkräften die Berufsausübung auf Dauer zu Beeinträchtigungen der Gesundheit und Leistungsfähigkeit führen können. Mit der personenbezogenen Gefährdungsbeurteilung sollen diese Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

Verfahren der Gefährdungsbeurteilung

Für die personenbezogene Gefährdungsbeurteilung haben sich das Kultusministerium und die Personalvertretungen auf eine Befragung der Lehrkräfte unter Einsatz eines standardisierten Fragebogens mit anschließender externer Aufbereitung und Auswertung der erhobenen Daten verständigt. Der für die Erhebung vorgesehene Fragebogen wird internetbasiert angeboten und kann mit entsprechender Zugangskennung von den Lehrkräften am PC ausgefüllt werden.

Die Teilnahme der Lehrkräfte an der Befragung erfolgt auf freiwilliger Basis und ist vollständig anonym. Nach dem Ausfüllen des Fragebogens erhalten die Lehrkräfte eine Sofortauswertung mit dem Vergleich ihrer Werte zur Gesamtheit aller bislang befragten Lehrkräfte.

Nach Abschluss der Erhebungsphase (in der Regel 3 Wochen) werden die Daten der teilnehmenden Lehrkräfte ausgewertet und in einem Bericht für die Schule zusammengefasst. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sowie den ebenfalls im Bericht zur Verfügung gestellten schulartspezifischen Referenzwerten und den Vergleichswerten anderer Berufsgruppen ist an den Schulen über gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen zu diskutieren und von der Schulleitung zu entscheiden.

Pretest zur personenbezogenen Gefährdungsbeurteilung

Im Herbst 2006 wurde das Verfahren zur personenbezogenen Gefährdungsbeurteilung einschließlich des hierbei zum Einsatz kommenden Fragebogens in einem Pretest an 19 Schulen und einem Schulkindergarten im Landkreis Ludwigsburg erfolgreich erprobt.      

Flächendeckende Umsetzung des Verfahrens

Von 2008-2010 erfolgte die flächendeckende Umsetzung des Verfahrens. In diesem Zeitraum  wurden alle ca. 110.000 Lehrkräfte an allen rd. 4.200 öffentlichen Schulen und Schulkindergärten in Baden-Württemberg mit dem vorliegenden  Fragebogen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz  befragt.

Die Schulen und Schulkindergärten waren nach Stadt- bzw. Landkreisen 8 Tranchen zugeteilt. Vor dem Start der Befragungen gab es auf der Ebene der Stadt- bzw. Landkreise Informationsveranstaltungen. Alle erforderlichen Unterlagen und Informationen (z. B. auch die Zugangsdaten zum online-Fragebogen) erhielten die Schulen vom zuständigen Regierungspräsidium.

Der folgenden Abbildung können Sie die damalige Zuordnung der Stadt- und Landkreise zu den einzelnen Tranchen entnehmen:

 

 

Landkarte

 

Die Wiederholungsbefragung ist ab 2014 geplant.